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Brügge

Brügge – Das Venedig des Nordens

Brügge (niederländisch: Brugge) ist ein lebendiges Freilichtmuseum und eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtensembles Europas. Die gesamte Altstadt wurde im Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe erklärt und zieht jährlich rund acht Millionen Besucher an. Mit ihren Kanälen, Kopfsteinpflasterstraßen, gotischen Kirchen und Gildehäusern versetzt die Stadt ihre Besucher ins Mittelalter zurück -- und bietet gleichzeitig erstklassige Restaurants, lebendige Kultur und belgische Gastfreundschaft. Der Beiname „Venedig des Nordens" bezieht sich auf das weitverzweigte Kanalsystem, das die Altstadt durchzieht und der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.

Brügge von oben - Panorama der Altstadt
Brügge von oben -- eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Europas
Einwohnerca. 118.000 (Gemeinde)
ProvinzWestflandern
SpracheNiederländisch
UNESCO-WelterbeAltstadt (seit 2000), Beginenhof, Belfried
BeinameVenedig des Nordens
Besucher pro Jahrca. 8 Millionen
Kanäleüber 80 Brücken im Stadtgebiet
Höchster PunktBelfried (83 Meter)

Geschichte: Vom Handelsimperium zum Dornröschenschlaf

Die Geschichte Brügges ist eine faszinierende Erzählung von Aufstieg, Niedergang und Wiederentdeckung. Im 13. und 14. Jahrhundert war Brügge eine der reichsten Städte Europas und ein Zentrum des internationalen Handels. Die Stadt war ein wichtiger Knotenpunkt der Hanse und unterhielt Handelsbeziehungen mit London, Venedig, Genua und den Hansestädten der Ostsee. Flämische Tuche, englische Wolle und italienische Luxusgüter wechselten hier ihre Besitzer. Auf dem Höhepunkt seiner Macht im 14. Jahrhundert war Brügge eine der größten Städte nördlich der Alpen mit rund 45.000 Einwohnern.

Der Wohlstand spiegelte sich in der prächtigen Architektur wider: Gildehäuser, Kirchen und der mächtige Belfried zeugen noch heute von diesem goldenen Zeitalter. Ausländische Kaufleute unterhielten in Brügge eigene Handelskontore -- die Italiener am Platz, der heute noch „Spanjaardstraat" heißt, die Deutschen in der „Oosterlingenplein". Hier entstand auch die erste Börse der Welt: Das Wort „Börse" leitet sich von der Kaufmannsfamilie Van der Beurze ab, die in Brügge ein Handelshaus betrieb. Mehr zur Geschichte Belgiens

Ab dem späten 15. Jahrhundert versandete der Zugang zum Meer über den Zwin-Kanal, und der Handel verlagerte sich nach Antwerpen. Brügge fiel in einen jahrhundertelangen wirtschaftlichen Dornröschenschlaf. Paradoxerweise bewahrte gerade dieser Stillstand die mittelalterliche Bausubstanz: Wo kein Geld für Neubauten war, blieben die alten Gebäude erhalten. Erst im 19. Jahrhundert wurde Brügge als romantisches Reiseziel wiederentdeckt, nicht zuletzt durch den symbolistischen Roman „Bruges-la-Morte" von Georges Rodenbach (1892), der die melancholische Atmosphäre der Stadt beschrieb.

Markt und Belfried -- Das Herz der Stadt

Der Grote Markt (Marktplatz) ist das pulsierende Zentrum Brügges und einer der eindrucksvollsten Plätze Belgiens. Umgeben von farbenprächtigen Stufengiebelhäusern und dem neogotischen Provinzialpalast, wird der Platz vom mächtigen Belfried dominiert. Die bunten Fassaden der ehemaligen Gildehäuser spiegeln den Reichtum der mittelalterlichen Kaufleute wider. Im Zentrum des Platzes stehen die Statuen von Jan Breydel und Pieter de Coninck, zwei Anführer der Brügger Frühmette von 1302, als die Bürger Brügges sich gegen die französische Besatzung erhoben.

Der 83 Meter hohe Belfried (Belfort) aus dem 13. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt und gehört seit 1999 zusammen mit anderen belgischen und französischen Belfriede zum UNESCO-Welterbe. 366 enge Stufen führen zur Aussichtsplattform, von der sich ein atemberaubender Rundblick über die Altstadt, die flämische Ebene und bei klarem Wetter bis zur Nordseeküste bietet. Im Turm befindet sich ein Carillon mit 47 Glocken, das mehrmals täglich erklingt und zu besonderen Anlässen von einem Stadtglockenspieler bedient wird. Der Aufstieg über die schmale Wendeltreppe ist anstrengend, aber die Aussicht an der Spitze belohnt jeden einzelnen Schritt. Mehr zum Carillon

Burg und Heilig-Blut-Basilika

Nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt liegt der Burgplatz (Burg), der zweite zentrale Platz Brügges. Hier schlug einst das administrative Herz der Stadt. Der Platz wird von architektonischen Meisterwerken verschiedener Epochen eingerahmt: dem gotischen Rathaus (Stadhuis) aus dem 14. Jahrhundert, das als eines der ältesten Rathäuser der Niederlande gilt, der Renaissance-Kanzlei (Brugse Vrije) und der romanisch-gotischen Heilig-Blut-Basilika.

Die Heilig-Blut-Basilika (Basiliek van het Heilig Bloed) ist eines der bedeutendsten religiösen Bauwerke Brügges. Sie besteht aus zwei übereinanderliegenden Kapellen: Die untere romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert ist schlicht und stimmungsvoll, während die obere gotische Kapelle reich verziert ist. In ihr wird eine Reliquie aufbewahrt, die angeblich einige Tropfen des Blutes Christi enthält, die Diederik von Elsass 1150 vom Zweiten Kreuzzug mitgebracht haben soll. Jedes Jahr am Himmelfahrtstag wird die Reliquie in einer feierlichen Prozession durch die Straßen Brügges getragen -- die Heilig-Blut-Prozession gehört seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Mehr zu belgischen Festen und Traditionen

Top-Sehenswürdigkeiten

Belfried

Der 83 Meter hohe Belfried (13. Jh.) dominiert den Marktplatz. 366 Stufen führen zu einer atemberaubenden Aussicht. Das Carillon mit 47 Glocken erklingt regelmäßig. Im Inneren des Turms befindet sich auch die ehemalige Schatzkammer der Stadt. Mehr zum Carillon

Kanäle

Eine Bootsfahrt auf den Kanälen (Brügges „Reien") offenbart romantische Brücken, versteckte Gärten und mittelalterliche Hausfassaden aus einer einzigartigen Perspektive. Die etwa 30-minütige Fahrt startet an fünf Anlegestellen im Zentrum.

Groeningemuseum

Eine der wichtigsten Sammlungen flämischer Kunst mit Werken von Jan van Eyck, Hans Memling und Hieronymus Bosch. Das Museum deckt sechs Jahrhunderte flämischer und belgischer Malerei ab. Mehr zur belgischen Kunst

Liebfrauenkirche

Die Onze-Lieve-Vrouwekerk besitzt mit 115,5 Metern den höchsten Backsteinturm Belgiens. Im Inneren befindet sich Michelangelos berühmte Madonna mit Kind -- eines der wenigen Werke des Meisters außerhalb Italiens.

Heilig-Blut-Basilika

Die zweigeschossige Basilika am Burgplatz bewahrt eine Reliquie des Heiligen Blutes Christi auf. Die romanische Unterkapelle und die reich verzierte gotische Oberkapelle bilden einen faszinierenden Kontrast.

Beginenhof

Der 1245 gegründete Beginenhof (UNESCO-Welterbe) ist eine Oase der Stille. Die weißen Häuser um einen von Ulmen beschatteten Innenhof werden heute von Benediktinerinnen bewohnt. Mehr zu den Beginenhöfen

Jan van Eyck und die flämischen Primitiven

Brügge war im 15. Jahrhundert eines der wichtigsten Zentren der flämischen Malerei. Jan van Eyck, der als Begründer der altniederländischen Malerei gilt und die Technik der Ölmalerei perfektionierte, lebte und arbeitete von 1432 bis zu seinem Tod 1441 in Brügge. Er war Hofmaler von Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, und schuf in der Stadt einige seiner bedeutendsten Werke. Am Jan van Eyckplein erinnert ein Denkmal an den großen Meister.

Neben van Eyck wirkte auch Hans Memling in Brügge. Der aus Deutschland stammende Maler ließ sich 1465 in der Stadt nieder und wurde zu einem der erfolgreichsten Künstler seiner Zeit. Dem Memling-Museum im ehemaligen Sint-Janshospitaal ist eine beeindruckende Sammlung seiner Werke gewidmet, darunter der berühmte Ursulaschrein. Das Groeningemuseum vereint Meisterwerke beider Künstler und vieler weiterer flämischer Meister in einer der bedeutendsten Sammlungen altniederländischer Kunst weltweit. Mehr zur belgischen Kunst

Beginenhof und Minnewater

Der Beginenhof (Begijnhof), gegründet 1245 durch die Gräfin Margarete von Konstantinopel, ist eine Oase der Ruhe inmitten der touristischen Altstadt. Die weißen Häuser um einen grünen, von hohen Ulmen beschatteten Innenhof werden heute von Benediktinerinnen bewohnt, die die kontemplative Tradition der Beginen fortführen. Der Beginenhof gehört als Teil der flämischen Beginenhöfe seit 1998 zum UNESCO-Welterbe. Im Frühling verwandelt sich der Innenhof in ein Meer aus Narzissen -- einer der schönsten Anblicke der Stadt. Mehr zu den Beginenhöfen

Gleich nebenan liegt das Minnewater, der romantische „Liebessee" mit seinen Schwänen. Die Legende besagt, dass Brügge für immer Schwäne auf seinen Gewässern halten muss, seit die Bürger 1488 einen Magistraten namens Pieter Lanchals hinrichten ließen -- dessen Wappen einen Schwan zeigte (der Name „Lanchals" bedeutet „langer Hals"). Kaiser Maximilian I. soll daraufhin die Stadt zur ewigen Schwanenhaltung verurteilt haben. Ob historisch belegbar oder nicht -- die weißen Schwäne auf den Brügger Kanälen und dem Minnewater gehören zum unverwechselbaren Stadtbild.

Brauerei De Halve Maan und die Bierleitung

Die Brauerei De Halve Maan (Der halbe Mond) ist die letzte aktive Brauerei in der Brügger Altstadt und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1564 reicht. Die heutige Familie Maes braut hier seit sechs Generationen, und das Flaggschiff-Bier „Brugse Zot" (Brügger Narr) ist zum inoffiziellen Stadtbier geworden. Der Name spielt auf eine Begebenheit an, bei der Kaiser Maximilian I. die Brügger Bürger als Narren bezeichnete, nachdem sie ihn um Geld für ein Irrenhaus gebeten hatten.

Was De Halve Maan international berühmt machte, ist die weltweit einzigartige unterirdische Bierleitung. Seit 2016 transportiert eine drei Kilometer lange Pipeline das frisch gebraute Bier unter der Altstadt hindurch zur Abfüllanlage am Stadtrand. Damit wird der historische Stadtkern von schweren Tanklastwagen entlastet. Das Projekt wurde teilweise durch Crowdfunding finanziert -- Investoren erhielten als Gegenleistung eine lebenslange Bierflasche pro Tag. Eine Brauereiführung bietet Einblicke in die traditionelle Braukunst und endet mit einer Verkostung auf der Dachterrasse mit Panoramablick über die Dächer der Altstadt. Mehr zum belgischen Bier

Schokolade, Spitze und Pommes -- Brügger Traditionshandwerk

Brügge ist ein Paradies für Liebhaber belgischer Genusskultur. In der Altstadt reihen sich über 50 Schokoladengeschäfte aneinander, von traditionellen Pralineurs bis zu innovativen Chocolatiers. Das Museum Choco-Story in einem historischen Gebäude am Wijnzakstraat erzählt die 4.000-jährige Geschichte der Schokolade von den Maya bis zur belgischen Praline und bietet Verkostungen und Workshops an. Mehr zur belgischen Schokolade

Die Brügger Spitzenklöppelei hat eine Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Flämische Spitze galt jahrhundertelang als die feinste der Welt und wurde an den Königshöfen Europas getragen. Im Kantcentrum (Spitzenzentrum) können Besucher den Klöpplerinnen bei der Arbeit zusehen und die filigrane Handwerkskunst bewundern, die mit Hunderten feiner Fäden und Klöppeln entsteht. Auch wenn die kommerzielle Bedeutung zurückgegangen ist, wird die Tradition in Brügge aktiv gepflegt und an junge Generationen weitergegeben.

Auch Pommes-Liebhaber kommen in Brügge auf ihre Kosten: Das Frietmuseum im gotischen Palais Saaihalle ist das einzige Museum der Welt, das der Geschichte der Kartoffel und der belgischen Frittürenkultur gewidmet ist. Von den Ursprüngen der Kartoffel in Südamerika bis zur perfekten doppelten Frittierung wird hier alles erklärt -- natürlich inklusive Verkostung. Mehr zur belgischen Frittüren-Kultur

Die drei einzigartigen Museen Brügges

Brügge besitzt drei Museen, die es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt gibt: Das Choco-Story (Schokoladenmuseum), das Frietmuseum (Pommes-Museum) und das Diamantmuseum. Zusammen erzählen sie die Geschichte dreier Produkte, die untrennbar mit der belgischen Identität verbunden sind. Alle drei liegen innerhalb weniger Gehminuten voneinander und können mit einem Kombiticket besucht werden.

Kanalbootsfahrten -- Brügge vom Wasser aus

Keine Reise nach Brügge ist vollständig ohne eine Bootsfahrt auf den Kanälen, den sogenannten „Reien". Die etwa 30-minütigen Rundfahrten starten an fünf verschiedenen Anlegestellen im Zentrum und bieten eine völlig andere Perspektive auf die Stadt. Vom Wasser aus entdeckt man versteckte Gärten hinter den Hausfassaden, romantische Brücken und architektonische Details, die vom Ufer aus unsichtbar bleiben. Die Bootsführer erzählen dabei Geschichten und Anekdoten über die Stadt in mehreren Sprachen.

Die Kanäle waren einst die Lebensadern des Brügger Handels. Über den Zwin-Meeresarm war die Stadt direkt mit der Nordsee verbunden, und Schiffe aus ganz Europa legten an den Kais der Stadt an. Heute sind die Kanäle vor allem ein malerisches Erbe und ein wesentlicher Grund für den Beinamen „Venedig des Nordens". Besonders stimmungsvoll sind die Fahrten in der Abenddämmerung, wenn die Fassaden im goldenen Licht erstrahlen und die Reflexionen auf dem Wasser ein magisches Bild erzeugen.

Mittelalterlicher Handel und die Hanse

Im 13. und 14. Jahrhundert war Brügge einer der wichtigsten Handelsplätze der bekannten Welt. Die Stadt lag am Schnittpunkt der nord- und südeuropäischen Handelsrouten und wurde zum Treffpunkt von Kaufleuten aus dem gesamten Kontinent. Die Hansekontor in Brügge war eines der bedeutendsten Auslandskontore der Hanse und diente als Drehscheibe für den Handel zwischen Nordeuropa und dem Mittelmeerraum. Deutsche, italienische, spanische und portugiesische Kaufleute unterhielten eigene Handelshäuser und Vertretungen.

Die wirtschaftliche Bedeutung Brügges ging weit über den Warenhandel hinaus. Hier entwickelten sich frühe Formen des Bank- und Versicherungswesens. Die Familie Van der Beurze betrieb ein Gasthaus, in dem Kaufleute ihre Geschäfte abwickelten -- der Vorläufer der modernen Börse. Das Wort „Börse" in vielen europäischen Sprachen leitet sich direkt vom Namen dieser Brügger Familie ab. Auch der bargeldlose Zahlungsverkehr durch Wechselbriefe wurde hier zu einer ausgereiften Praxis entwickelt. Mehr zur Geschichte Belgiens

Choco-Story

Das Schokoladenmuseum erzählt die 4.000-jährige Geschichte der Schokolade. Besucher erleben Live-Vorführungen belgischer Pralinenmacher und können selbst Pralinen kosten. Mehr zur Schokolade

Frietmuseum

Das weltweit einzige Museum zur Geschichte der Kartoffel und der belgischen Pommes frites. Im historischen Kellergewölbe werden frische Fritten serviert. Mehr zur Frittüren-Kultur

Memling-Museum

Im ehemaligen Sint-Janshospitaal (12. Jh.) beherbergt das Museum sechs Meisterwerke von Hans Memling, darunter den berühmten Ursulaschrein und das Triptychon des Johannes. Mehr zur Kunst

Minnewater

Der „Liebessee" am südlichen Rand der Altstadt ist einer der romantischsten Orte Brügges. Die weißen Schwäne auf dem See sind seit dem 15. Jahrhundert ein fester Bestandteil des Stadtbildes.

De Halve Maan

Die letzte Brauerei der Altstadt braut seit 1564 Bier. Berühmt für die unterirdische Bierleitung und das „Brugse Zot". Brauereiführungen mit Dachterrassen-Verkostung. Mehr zum Bier

Kantcentrum

Im Spitzenzentrum wird die jahrhundertealte Tradition der Brügger Klöppelspitze lebendig gehalten. Vorführungen, Workshops und eine Ausstellung zur Geschichte der flämischen Spitzenkunst.

Weihnachtsmarkt in Brügge

In der Adventszeit verwandelt sich der ohnehin märchenhafte Marktplatz in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Europas. Rund um den Belfried und auf dem Burgplatz reihen sich Holzhütten mit Kunsthandwerk, Glühwein, Waffeln und belgischer Schokolade aneinander. Eine Eislaufbahn wird direkt auf dem Marktplatz errichtet, und die mittelalterlichen Fassaden erstrahlen in festlicher Beleuchtung. Der Brügger Weihnachtsmarkt findet in der Regel von Ende November bis Anfang Januar statt und hat sich zu einem der beliebtesten Winterziele in den Benelux-Ländern entwickelt. Mehr zu belgischen Festen

Tourismus und seine Herausforderungen

Der Massentourismus stellt Brügge vor erhebliche Herausforderungen. Mit rund acht Millionen Besuchern jährlich -- davon viele Tagesausflügler von Kreuzfahrtschiffen aus dem Hafen von Zeebrugge -- droht die Stadt an ihrem eigenen Erfolg zu ersticken. An Spitzentagen drängen sich mehr Touristen als Einwohner durch die engen Gassen der Altstadt. Die Stadtverwaltung hat daher verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten.

Zu den Maßnahmen gehören die Begrenzung der Kreuzfahrtschiffe, die Zeebrugge anlaufen dürfen, die Förderung von Besuchen außerhalb der Hauptsaison und die Lenkung der Besucherströme in weniger überlaufene Viertel. Auch der Bau neuer Hotels in der Altstadt wurde stark eingeschränkt. Brügge versucht damit einen Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Nutzen des Tourismus und der Bewahrung der Lebensqualität für seine Bewohner -- eine Herausforderung, die viele historische europäische Städte teilen.

Brügge erleben -- Praktische Tipps

Am besten erkundet man Brügge zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Bahnhof liegt nur 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Für Schokoladenliebhaber ist das Museum Choco-Story ein Muss, Bierfans sollten die Brauereiführung bei De Halve Maan nicht verpassen. Abends, wenn die Tagestouristen abgereist sind, zeigt die Stadt ihren ruhigeren, magischen Charme. Ein Abendessen am Kanal, ein belgisches Bier in einem gemütlichen Café und die beleuchteten Gildehäuser auf dem Marktplatz -- das ist Brügge in Perfektion. Wer die Menschenmassen meiden möchte, sollte die Stadt an einem Wochentag außerhalb der Sommermonate besuchen oder die weniger bekannten Viertel wie das Sint-Anna-Quartier erkunden.