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Mons – Kulturhauptstadt im Herzen des Hennegaus

Mons, auf Niederländisch Bergen, ist die Hauptstadt der Provinz Hennegau im Westen Walloniens. Die Stadt mit rund 95.000 Einwohnern erlebte als Kulturhauptstadt Europas 2015 eine beeindruckende Renaissance. Ihr mittelalterlicher Stadtkern, der berühmte Belfried und die Ducasse – ein uraltes Volksfest – machen Mons zu einem faszinierenden Reiseziel. Der Name der Stadt leitet sich vom lateinischen Wort Montes ab, was auf die hügelige Lage hinweist: Die Altstadt thront auf einem Hügel, von dem aus man das weite Flachland des Hennegaus überblickt.

Die Geschichte von Mons reicht bis in die Römerzeit zurück, doch ihre Blütezeit begann im Mittelalter, als die Stadt zum Verwaltungssitz der mächtigen Grafschaft Hennegau aufstieg. Über Jahrhunderte hinweg war Mons Zeuge zahlreicher Belagerungen, Herrschaftswechsel und kultureller Umbrüche. Spanier, Österreicher, Franzosen und Niederländer hinterließen hier ihre Spuren, bevor Belgien 1830 unabhängig wurde. Diese vielschichtige Vergangenheit spiegelt sich in der Architektur, den Museen und den lebendigen Traditionen der Stadt wider.

Einwohnerca. 95.000
ProvinzHennegau (Hainaut)
RegionWallonien
SpracheFranzösisch
Berühmt fürBelfried (UNESCO), Ducasse/Doudou, Kulturhauptstadt 2015
UNESCO-WelterbeBelfried, Ducasse de Mons, Feuersteinminen von Spiennes
Bedeutende PersönlichkeitVincent van Gogh (lebte hier 1878–1880)
UniversitätUniversität Mons (UMONS), gegründet 1837
MilitärSHAPE/NATO-Hauptquartier in Casteau bei Mons
Anreise ab Brüsselca. 60 Minuten mit dem Zug

Der Grand-Place und das barocke Rathaus

Das Herz von Mons schlägt auf dem Grand-Place, einem der schönsten Marktplätze Walloniens. Umgeben von eleganten Bürgerhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, vereint der Platz verschiedene Baustile zu einem harmonischen Gesamtbild. Dominiert wird er vom imposanten Rathaus (Hôtel de Ville), das im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und später um barocke Elemente ergänzt wurde. Die prachtvolle Fassade mit ihrem markanten Glockenturm und den kunstvoll gestalteten Fenstern zeugt vom einstigen Reichtum der Stadt.

Vor dem Eingang des Rathauses befindet sich der berühmte eiserne Affe, das Wahrzeichen von Mons. Der Legende nach bringt es Glück, dem kleinen Affen über den Kopf zu streicheln – eine Tradition, der Einheimische und Touristen gleichermaßen folgen. Der abgewetzte Kopf des Äffchens zeugt von unzähligen Berührungen über die Jahrhunderte. Der Grand-Place dient auch als Schauplatz für die Ducasse und zahlreiche andere Feste und Märkte, die das ganze Jahr über stattfinden.

Der Belfried – UNESCO-Welterbe

Der 87 Meter hohe Belfried von Mons ist der einzige barocke Belfried Belgiens und gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe. Errichtet im 17. Jahrhundert nach den Plänen des Architekten Louis Ledoux, erhebt er sich majestätisch über die Dächer der Altstadt. Der Turm wurde auf den Fundamenten einer älteren Befestigung gebaut und diente über Jahrhunderte als Wach- und Glockenturm. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über den gesamten Hennegau bis hin zu den Hügeln der Ardennen.

Das Carillon des Belfrieds umfasst 49 Glocken, die regelmäßig von einem Carillonneur bespielt werden. Zu besonderen Anlässen und an Markttagen erklingen Melodien über der Stadt – ein akustisches Erlebnis, das den mittelalterlichen Charme von Mons lebendig hält. Die Glocken sind seit dem 16. Jahrhundert ein fester Bestandteil des städtischen Lebens und dienten einst auch als Warnsignal bei Feuer oder feindlichen Angriffen. Mehr über Carillons in Belgien →

Die Stiftskirche Sainte-Waudru

Die Stiftskirche Sainte-Waudru ist das bedeutendste Sakralbauwerk von Mons und ein Meisterwerk der brabantischen Gotik. Der Bau begann 1450 und zog sich über zwei Jahrhunderte hin, wobei der geplante Turm nie vollendet wurde. Dennoch beeindruckt die Kirche durch ihre majestätischen Ausmaße: Mit einer Länge von 115 Metern und einer Höhe von 24,5 Metern im Hauptschiff gehört sie zu den größten gotischen Kirchen Belgiens.

Im Inneren beherbergt die Kirche 29 Kapellen sowie eine herausragende Sammlung von Skulpturen des Bildhauers Jacques Du Broeucq aus dem 16. Jahrhundert, die als Glanzstücke der Renaissance-Kunst in den Niederlanden gelten. Der goldene Reliquienschrein der heiligen Waltraud, der Schutzpatronin von Mons, wird jedes Jahr während der Ducasse in einer feierlichen Prozession durch die Straßen getragen. Der Car d'Or, ein prächtiger vergoldeter Wagen, transportiert den Schrein dabei auf einer traditionellen Route durch die Stadt.

Die Ducasse de Mons – Doudou

Jedes Jahr am Dreifaltigkeitssonntag findet die Ducasse statt, auch Doudou genannt – eines der ältesten und spektakulärsten Volksfeste Belgiens, das seit 2005 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das Fest hat seine Wurzeln im Mittelalter und verbindet religiöse Prozession mit weltlichem Volksfest. Den Höhepunkt bildet der Lumeçon, der legendäre Kampf des Heiligen Georg gegen den Drachen auf dem Grand-Place.

Tausende Zuschauer drängen sich auf dem Platz, während der Heilige Georg zu Pferde gegen den von Männern getragenen Drachen antritt. Das Publikum nimmt aktiv teil und versucht, ein Haar aus dem Drachenschwanz zu reißen, was Glück für das kommende Jahr bringen soll. Die gesamte Woche ist von Feierlichkeiten geprägt: Straßenumzüge, Musikveranstaltungen und das Zusammensein der Bewohner machen die Ducasse zum wichtigsten Identitätsmerkmal der Stadt. Für die Menschen in Mons ist der Doudou weit mehr als ein Fest – er ist Ausdruck einer jahrhundertealten Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt. Mehr zu belgischen Festen →

Kulturhauptstadt Europas 2015

Die Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2015 war ein Wendepunkt für Mons. Gemeinsam mit der tschechischen Stadt Pilsen trug Mons den prestigeträchtigen Titel und nutzte die Gelegenheit, sich grundlegend zu erneuern. Unter dem Motto einer Begegnung von Technologie und Kultur entstanden neue Museen und Kulturräume, historische Gebäude wurden restauriert, und die Stadt öffnete sich für zeitgenössische Kunst und internationale Kulturprojekte.

Mehr als zwei Millionen Besucher strömten im Kulturhauptstadtjahr nach Mons, um über 300 Projekte und Veranstaltungen zu erleben. Der Bahnhof von Santiago Calatrava, der bereits 2009 fertiggestellt wurde, steht symbolisch für den architektonischen Aufbruch der Stadt. Mit seiner futuristischen Glasdachkonstruktion ist er einer der markantesten Bahnhöfe Belgiens und bildet ein eindrucksvolles Eingangstor zur historischen Altstadt.

BAM – Beaux-Arts Mons

Das Museum der Schönen Künste von Mons, kurz BAM, wurde anlässlich des Kulturhauptstadtjahres komplett neu gestaltet. Es beherbergt eine vielfältige Sammlung von Werken vom Mittelalter bis zur Gegenwart und organisiert regelmäßig hochkarätige Wechselausstellungen. Mehr zur belgischen Kunst →

Mons Memorial Museum

Das Mons Memorial Museum widmet sich der Rolle der Stadt in den beiden Weltkriegen. Mons war Schauplatz der ersten und letzten Schlachten des Ersten Weltkriegs auf belgischem Boden. Interaktive Ausstellungen und persönliche Schicksale machen die Geschichte greifbar. Mehr zu Schlachtfeldern →

Das Mundaneum

Das Mundaneum wird oft als das Google aus Papier bezeichnet. Gegründet 1910 von Paul Otlet und Henri La Fontaine, war es der Versuch, das gesamte Wissen der Welt auf Karteikarten zu erfassen. Heute beherbergt das Museum Millionen von Dokumenten und gilt als Vorläufer des Internets.

Vincent van Gogh im Borinage

Vincent van Gogh lebte von 1878 bis 1880 in der Region Mons, genauer im Borinage, dem damaligen Kohlebergbaurevier südlich der Stadt. Der junge Niederländer kam als Laienprediger, um den Bergarbeitern und ihren Familien geistlichen Beistand zu leisten. Das Elend, die Armut und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Bergleute bewegten ihn so tief, dass er begann, ihr Leben in Zeichnungen festzuhalten – hier, im Borinage, begann seine Karriere als Künstler.

Das Maison Van Gogh in Cuesmes, einem Vorort von Mons, erinnert an diese prägende Zeit. In dem bescheidenen Haus, in dem van Gogh lebte, können Besucher seine frühen Skizzen und die Umstände seiner künstlerischen Erweckung nachvollziehen. Auch die Landschaft des Borinage mit ihren ehemaligen Kohlehalden und Arbeitersiedlungen lässt sich auf thematischen Wanderwegen erkunden, die van Goghs Spuren folgen. Mehr zur belgischen Kunstgeschichte →

SHAPE und die NATO in Mons

Wenige Kilometer nördlich von Mons, in der Ortschaft Casteau, befindet sich das Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) – das militärische Hauptquartier der NATO in Europa. Seit 1967 ist SHAPE hier angesiedelt, nachdem Frankreich unter Charles de Gaulle den Abzug aus der militärischen Integration der NATO verfügt hatte und das Hauptquartier von Rocquencourt bei Paris nach Belgien verlegt wurde.

Die Präsenz von SHAPE hat Mons und seine Umgebung nachhaltig geprägt. Tausende internationale Militärangehörige und ihre Familien leben in der Region, was zu einer bemerkenswerten Internationalität geführt hat. Internationale Schulen, englischsprachige Geschäfte und eine vielfältige Gastronomie sind sichtbare Zeichen dieser multinationalen Gemeinschaft. Für die lokale Wirtschaft ist SHAPE ein bedeutender Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Mehr zur NATO in Belgien →

Das Bergbauerbe des Borinage

Das Borinage, das sich südwestlich von Mons erstreckt, war einst eines der wichtigsten Kohlereviere Europas. Vom 18. bis weit ins 20. Jahrhundert hinein bestimmte der Kohlebergbau das Leben der gesamten Region. Zehntausende Bergleute fuhren täglich in die Schächte ein, oft unter gefährlichen und gesundheitsschädigenden Bedingungen. Die letzte Zeche schloss in den 1970er-Jahren, doch das industrielle Erbe ist bis heute allgegenwärtig.

Ehemalige Zechen, Kohlehalden (Terrils) und Arbeitersiedlungen prägen das Landschaftsbild. Einige dieser Stätten wurden zu Kulturzentren und Museen umgewandelt, darunter das Grand-Hornu, ein ehemaliger Industriekomplex, der heute als Zentrum für zeitgenössische Kunst und Design dient. Der neoklassizistische Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert gilt als herausragendes Beispiel industrieller Architektur und gehört zum UNESCO-Welterbe. Wanderwege auf den begrünten Terrils bieten heute ungewöhnliche Spaziergänge mit Panoramablick über die Region.

Die Feuersteinminen von Spiennes – UNESCO-Welterbe

Am südlichen Rand von Mons liegt eine der ältesten und größten neolithischen Bergbaustätten Europas: die Feuersteinminen von Spiennes, auch bekannt als SILEX'S. Vor mehr als 6.000 Jahren gruben hier die Menschen der Jungsteinzeit unterirdische Schächte und Galerien, um hochwertigen Feuerstein zu gewinnen, der als Rohstoff für Werkzeuge und Waffen in weite Teile Europas gehandelt wurde.

Seit 2000 gehören die Minen zum UNESCO-Welterbe. Das moderne Besucherzentrum SILEX'S bietet Einblicke in die faszinierende Welt der neolithischen Bergleute. Archäologische Funde, interaktive Stationen und Nachbauten der unterirdischen Gänge veranschaulichen, mit welch erstaunlichem technischem Geschick die Menschen vor Jahrtausenden bereits den Untergrund erschlossen. Die Stätte ist ein einzigartiges Zeugnis früher menschlicher Ingenieurskunst.

Drei UNESCO-Welterbestätten in einer Stadt

Mons ist eine der wenigen Städte Belgiens, die gleich drei UNESCO-Auszeichnungen vereint: Der barocke Belfried als Teil der belgisch-französischen Belfriede, die Ducasse de Mons als immaterielles Kulturerbe der Menschheit und die neolithischen Feuersteinminen von Spiennes als archäologische Welterbestätte. Diese dreifache Anerkennung unterstreicht die außergewöhnliche kulturelle und historische Bedeutung der Hennegauer Hauptstadt.

Das Mons Memorial Museum – Erinnerung an die Weltkriege

Mons nimmt in der Geschichte des Ersten Weltkriegs eine besondere Stellung ein. Hier fand am 23. August 1914 die Schlacht von Mons statt, die erste größere Konfrontation der British Expeditionary Force mit der deutschen Armee. Und hier, am 11. November 1918, fiel wenige Minuten vor dem Waffenstillstand der letzte kanadische Soldat des Krieges. Das Mons Memorial Museum, das 2015 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eröffnet wurde, erzählt diese Geschichte auf einfühlsame und moderne Weise.

Die Ausstellung umfasst auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung von Mons durch amerikanische Truppen im September 1944. Persönliche Gegenstände, Briefe, Fotos und multimediale Installationen machen die Erlebnisse der Soldaten und der Zivilbevölkerung greifbar. In der Umgebung von Mons finden sich zudem mehrere Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten, die an die Opfer beider Kriege erinnern.

Karnevalstraditionen und Folklore

Neben der Ducasse pflegt Mons eine reiche Tradition an Karnevalsfeierlichkeiten und folkloristischen Veranstaltungen. Die Stadt und ihre Umgebung sind bekannt für ihre Gilles und Berlouffes, lokale Karnevalsfiguren, die in farbenprächtigen Kostümen durch die Straßen ziehen. Diese Traditionen, die teilweise auf vorchristliche Bräuche zurückgehen, sind ein lebendiger Teil der hennegauischen Identität.

Besonders der Karneval in den umliegenden Gemeinden wie Binche – dessen Gilles-Karneval ebenfalls UNESCO-Welterbe ist – zeigt die tiefe Verwurzelung folkloristischer Traditionen im Hennegau. Mons selbst veranstaltet das ganze Jahr über Stadtfeste, Weihnachtsmärkte und Open-Air-Konzerte, die das kulturelle Leben der Stadt bereichern und Besucher aus der gesamten Region anziehen. Mehr zu belgischen Traditionen →

Universitätsstadt Mons

Mons ist eine lebendige Universitätsstadt. Die Universität Mons (UMONS), die 2009 aus der Fusion der Polytechnischen Fakultät und der Universität Mons-Hainaut hervorging, zählt rund 10.000 Studierende. Die Hochschule ist besonders für ihre ingenieurwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fakultäten bekannt und betreibt bedeutende Forschung in den Bereichen Materialwissenschaft, Energietechnik und Informationstechnologie.

Die Studierenden prägen das Stadtbild und sorgen für ein junges, dynamisches Ambiente. Zahlreiche Cafés, Bars und Kulturlokale rund um den Grand-Place und in der Altstadt verdanken ihre Existenz der studentischen Kundschaft. Die Universität unterhält zudem enge Verbindungen zur lokalen Wirtschaft und zu internationalen Forschungseinrichtungen, was Mons zu einem wichtigen Standort für Innovation in Wallonien macht.

Schloss Havré

Im Stadtteil Havré, östlich des Zentrums, erhebt sich das imposante Schloss Havré, eine der ältesten Burganlagen des Hennegaus. Die Ursprünge der Festung reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, und über die Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Das Schloss war Sitz der Herren von Havré und spielte eine wichtige Rolle in der mittelalterlichen Geschichte der Region.

Heute sind die Ruinen des Schlosses und der umliegende Park ein beliebtes Ausflugsziel. Ein engagierter Förderverein kümmert sich um die Restaurierung und Organisation von Veranstaltungen wie mittelalterlichen Festen, Konzerten und Führungen. Die mächtigen Mauern, der Bergfried und die Überreste der Kapelle vermitteln einen eindrucksvollen Eindruck von der einstigen Bedeutung dieser Festung an der Grenze zwischen Hennegau und Brabant.

Grand-Hornu

Der ehemalige Industriekomplex Grand-Hornu, wenige Kilometer von Mons entfernt, ist ein Meisterwerk neoklassizistischer Industriearchitektur und UNESCO-Welterbe. Heute beherbergt er das MAC's, ein Museum für zeitgenössische Kunst, sowie das CID, ein Zentrum für Innovation und Design.

Maison Van Gogh

In Cuesmes bei Mons steht das bescheidene Haus, in dem Vincent van Gogh 1879–1880 lebte. Hier fasste er den Entschluss, Künstler zu werden. Das Museum zeigt Reproduktionen seiner frühen Werke und dokumentiert seine Zeit im Borinage.

Collegiale Sainte-Waudru

Die gotische Stiftskirche beeindruckt mit ihren 29 Kapellen, den Renaissance-Skulpturen von Jacques Du Broeucq und dem goldenen Reliquienschrein der heiligen Waltraud. Sie ist Ausgangspunkt der jährlichen Ducasse-Prozession.

Bahnhof Calatrava

Der von Santiago Calatrava entworfene Bahnhof ist ein architektonisches Wahrzeichen. Seine geschwungene Glasdachkonstruktion erinnert an eine Welle und bildet einen spektakulären Kontrast zur mittelalterlichen Altstadt. Er wurde 2009 fertiggestellt.

SILEX'S Besucherzentrum

An den neolithischen Feuersteinminen von Spiennes bietet das moderne Besucherzentrum interaktive Ausstellungen über den Bergbau vor 6.000 Jahren. Archäologische Funde und nachgebaute Schächte machen die Jungsteinzeit erlebbar.

Befestigungspark

Der Parc du Château auf dem Stadthügel bietet eine Grünanlage mit den Überresten der mittelalterlichen Grafenburg. Von hier genießt man den besten Blick auf den Belfried und die umliegende Landschaft – ein idealer Ort für eine Ruhepause.

Kulinarisches Mons

Die Küche von Mons und dem Hennegau verbindet deftige wallonische Traditionen mit feiner französischer Kochkunst. Zu den lokalen Spezialitäten zählen die Tarte al d'jote, eine herzhafte Torte mit Mangold und Käse, die bereits seit dem Mittelalter in Mons zubereitet wird. Ebenfalls beliebt ist die Flamiche, ein saftiger Lauchkuchen, der in zahlreichen Varianten angeboten wird. Die Region ist zudem bekannt für ihren hervorragenden Käse, insbesondere den Fromage de Mons, einen halbfesten Käse mit kräftigem Aroma.

In den Restaurants und Brasserien rund um den Grand-Place können Besucher klassisch wallonische Gerichte genießen: geschmortes Kaninchen mit Pflaumensauce, Carbonnade flamande und natürlich belgische Pommes frites aus der Frittüre. Die zahlreichen Cafés laden zu einem Stück Tarte oder einem Glas lokalen Biers ein. Mons verfügt zudem über eine wachsende Szene junger Köche, die traditionelle Rezepte mit modernen Einflüssen verbinden. Mehr zur belgischen Küche →

Mons entdecken – Praktische Tipps

Die kompakte Altstadt von Mons lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Vom Bahnhof Calatrava aus erreicht man den Grand-Place in wenigen Gehminuten. Neben dem Belfried, der Stiftskirche Sainte-Waudru und den zahlreichen Museen lohnt ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt mit ihren Antiquitätengeschäften und kleinen Galerien. Für einen Tagesausflug empfiehlt sich die Kombination aus Stadtzentrum und einem Besuch des Grand-Hornu oder der Feuersteinminen von Spiennes. Mons ist von Brüssel in einer Stunde mit dem Zug erreichbar und bietet sich auch als Ausgangspunkt für die Erkundung des gesamten Hennegaus an.